Zwischenmeldung
August 10th, 2010“Dear Nora,
On behalf of the Director for Science, I would like to offer you an ESO
Studentship in Garching starting in October 2010.”
ich wollte das nur kurz loswerden. Auch wenn alle dachten, dass es eh schon sicher ist das ich am gleichen Institut meinen Doktor mache, so braucht es trotzdem eine offizielle Bewerbung (mit Lebenslauf, Motivationsschreiben und Empfehlungssschreiben usw…). Jetzt ist endlich die Bestätitung da und ich kann mich auf drei weitere coole Jahre an der ESO freuen. Jaaa ich weiß ich sollte hier eigentlich jetzt bald mal was über die Mongolei schreiben und ich schwöre ich arbeite dran, aber die Wörter wollen nicht wirklich fließen. Bald gibt es Bilder! Gedulded euch noch ein bisschen…
Angekommen
Juli 13th, 2010 Hallo alle zusammen. Wollte nur kurz besheid sagen dass wir in Ulan Bator angekommen sind. Wir waren beeindruckt vom hohmodernen russischen Flughafen und flogen auch in einem weitaus moderneren Flugzeug weiter in die Monolei. Sind hier auch gleich abgeholt worden und wild durch die Stadt gekutscht worden. Alimaa hat sich schon lieb gekümmert und Philipp und Paps schraubten am Auto rum. Sind in einem sehr schönen hostel untergekommen. Wird in dn nähsten Tagen schwer mit dem Internet also macht euch keine sorgen. Liebe Grüße Philipp, Ralf und Nora.
Funkstille
Juni 18th, 2010Ja Funkstille herrscht hier schon seid einigen Wochen und ich dachte mir das sollte ich mal wieder ändern. Die letzten Wochen waren alles andere als Ereignislos. Jetzt kommt auch noch die Weltmeisterschaft dazu und damit ist meine Zeit zu Hause praktisch auf Null gesunken.
Direkt die Woche nach Chile war ich eine OPC – Panel secretary
Wiiiie ihr wisst nicht was das ist? Für jede Beobachtung, die man mit irgendeinem Teleskop machen möchte und vor allem für die der ESO muss man einen Beobachtungsantrag, ein so genanntes Proposal einreichen. Ich glaub ich hab das hier eh schonmal erwähnt, als ich erzählt hab, dass unser Proposal akzeptiert wurde damals. Aber wer entscheidet welches Proposal gut ist und welches nicht? Zweimal im Jahr (so glaube ich zumindest) trifft sich an der ESO ein Comittee von ausgesuchten Leute, die innerhalb einer Woche mehrere Hundert Proposals lesen und bewerten. Jedes Proposal bekommt eine Note und die besten bekommen Zeit am Teleskop (solange der Vorrat reicht). Die Anträge sind in die verschiedenen Kategorien der Astronomie eingeteilt (also Kosmologie, Extragalaktisch … usw) und diese werden noch mal unterteilt in so genannte Panels. Jedes Panel besteht jetzt aus 6 Leuten, die um die 100 Proposals lesen müssen und sie dann in dieser Woche besprechen und benoten. Und da kommt die Secretary ins Spiel. Um die Noten von den Teilnehmern einzusammeln und in das System einzutragen werden normalerweise Doktoranden und Postdocs “gefreiwillgt”. Sagen wir man wird nett gefragt von einer Person der man jedoch nicht ohne wirklich triftigen Grund etwas abschlagen möchte. Ich war allerdings neugierig und hab eigentlich sehr gerne zugesagt. Auf jeden Fall sitzt man dann in dem Panel zu dem man eingeteilt wurde vor einem Computer mit dieser ESO software drauf und macht im Grunde nichts anderes als die kleinen Stimmzettel einzusammeln und sie in das System einzutragen. Ab und zu wollen den Panel Mitglieder etwas organisatorisches oder technisches wissen, dann schreibt man zu den Leuten mit denen man via Skype verbunden ist und fragt. Das lustige ist das man auch mit den ganzen anderen Secretaries aus den Panels verbunden ist und es nicht lange gedauert bis das in ein reges Geschnatter unter den Studenten überging. Es immer sehr lustig aber der eigentliche Vorteil von dem Jb bestand darin, dass man den Leuten beim bewerten der Proposals zuhören durfte. Das gab mal einen ganz interessanten Einblick in die Vorgehensweise dieser Bewertungen, sodass man für zukünftige Projekte Erfahrungen sammeln konnte. Abends ging es dann meistens noch auf ein Feierabendbier in diesem komischen Konferenzhotel (das fand nämlich in Ismaning statt) und dann war ich Teilweise über 12 Stunden aus dem Haus wärend dieser Woche. Super anstrengend aber ich werd es wieder machen!
Dann war die letzte Zeit auch enorm vortraglastig. Ich muss/musste innerhalb eines Monats drei Vorträge halten. Zwei davon sind schon ganz gut über die Bühne gegangen der dritte kommt nächste Woche zu einem Workshop an der ESO. Ich finds gut, dass ich so viele halten muss damit ich vor allem Routine bekomme, aber es ist für mich schon immer ne Menge Arbeit und auch psychischer Stress.
Ausserdem hab ich vorgestern meine Bewerbung als Doktorand bei der ESO abgeschickt. Ich habe von Rolf netterweise ein Empfehlungsschreiben bekommen und auch Markus hat eins geschrieben und zusammen haben wir die Onlineanmeldung gemacht. Ich bewerbe mich auf ein Jahr bei der ESO zu einem so genannten Studentship und die beiden weiteren Jahre kann ich dann über die Excellence Cluster Gelder die Markus zur Verfügung stehen bezahlt werden. Ich freu mich riesig bei der ESO bleiben zu können.
So ich sitz gerade übrigens in der U-bahn auf den Weg nach Garching. Da hat man immer viel Zeit zum schreiben. Das wars erstmal von mir die letzten Wochen vor der Mongolei (die übrigens auch noch nicht ganz durchgeplant werden kann, da sich under Kontakt dort die Aibora nicht mehr meldet) werde ich damit verbirngen meine Diplomarbeit zu schreiben, damit ich dann schon mal eine erste Version fertig habe.
La quenta por favor!
Mai 14th, 2010Sooooo mein Computer ist gerade fürchterlich langsam, weil ich schon viel zu viele Bilder drauf habe. Ich sitze gerade in W – Santiago Hotel in einem Queensize Bett und versuche nun endlich die letzten Tage mal schriftlich festzuhalten:
Puerto Montt ist wirklich ein außergewöhnlicher Ort, wenn auch nicht gut geeignet zum shoppen, wie wir am letzten vollen Tag dem Montag feststellen mussten. Die Malls beinhalteten seltsame Läden und auf den Straßen etwas brauchbares zu finden daran war erst garnicht zu denken. Da Karlchen und Luna auch wieder in der Schule waren schluderten wir Vormittags durch das Städtchen, besuchten den Fischmarkt und aßen in einer Garküche. Am Nachmittag ging es dann nochmal mit Kalle und Luna in das Naturschutzgebiet über Stock und Stein bis der Weg aufhörte. Den Abend ließen wir dann in einem guten Fleischrestaurant mit einem blutigen Steak (’Wer hat das Rinderfilet blutig bestellt?’ ‘Ich!’ ‘Wirklich????’) und einem guten Wein ausklingen. Auch Lilly, die die restlichen Tage in Santiago verbracht hatte, haben wir an diesem Abend noch treffen können. Natürlich hatten wir am nächsten Tag am Flughafen wieder Verspätung, da der Nebel auch diesmal keine Lust hatte sich rechtzeitig zu verziehen. Ganze vier Stunden mussten wir auf dem eiskalten Flughafen (zum Glück hatten sie ein paar Heizpilze aufgestellt) verbringen.
Angekommen in Santiago hab ich Mama mal gezeigt wie man aufdringliche Taxifahrer ignoriert und einen normalen Preis für eine Fahrt in die Stadt bezahlt. Hehe. Als wir ins W – Santiago, einem sehr coolen und modernen Hotel in der nähe des Szene Viertels Bella Vista eincheckten, waren wir eigentlich schon viel zu fertig um noch groß etwas zu unternehmen. Also wurde das Hotel ausgekundschaftet und eine Reservierung für ein nettes Restaurant in der Nähe vorgenommen. Noch zwei Stunden schlafen, dann anhübschchen und ab ins Taxi zu einem leckeren Abend mit viel Wein und viel Seefood.
Wird es zu langweilig? Hier sind Bilder
Am nächsten Tag ging es in die Stadt wo wir uns eine Weile ins wilde Getümmel des Großstadtjungles warfen. Vorher beäugten wir uns das ganze noch von der Spitze des Berges des St. Christoball, den man mit einer lustigen Seilbahn erreichen konnte. Nach einem eher abenteuerlichen Mittagessen, das aus einem der berühmten Completo Italiano (einem Hotdog mit Avocado, Tomate und viiiiiel zu viel Mayo) bestand. Mussten wir unsere Magenkrämpfe mit einem Spaziergang durch die Künsterviertel Santiagos vertreiben. Danach wurde ein Taxi herbeigewunken und ein gestenreiches Radebreschen später wurden wir vor der neuesten Mall in Santiago abgeladen. Dort verbrachten wir den Rest des Tages mit der Tätigkeit, die Frauen am besten können: SCHOPPEN! Leckeres Abendessen, wieder sehr viel Wein und eine Kopfwehreiche Nacht folgten.
Heute sind wir dann endlich zu den berühmten Weingütern gefahren, die es hier in der Nähe gibt. … Vom Hotel haben wir einen Fahrer gebucht, der uns im schwarzen Mercedes dann durch den Süden gefahren hat. Insgesamt haben wir an diesem Tag 11 (!!!) Weine probiert (Darf das Mädel denn auch schon Wein trinken???) und kamen sogar an den Punkt, an dem wir hintem im Auto gesungen haben… Abendteuerlich war auch das Mittagessen, da wir in diesem doch recht leckeren Restaurant die einzigen Gäste waren, unser Fahrer nochmal wo anders hin musste und uns dort zurück ließ und der Kellner kein Wort Englisch sprach. Wir haben allerdings doch ein sehr leckeres Lamm gegessen (ohne das es gehammelt hat) und uns ordendlich die Bäuche vollgeschlagen. Erschöpft kamen wir nach über 10 Stunden wieder im Hotel an und dinierten im Hoteleigenem Sushi Restaurant. An der Bar wurden später noch ein paar Cocktails gekippt und dann fielen wir auch schon in die Betten. Immerhin sind wir heute schon um 7 losgefahren. So! Das wars erstmal von uns. Morgen werden wir uns unser Viertel nochmal genauer anschauen und dann geht es am Samstag in aller Hergottsfrühe auch schon wieder richtung Deutschland.
Viele liebe Grüße aus Santiago.
Mama+Nora
Puerto Montt
Mai 9th, 2010Ich habe ausgerechnet, dass ich in den 14 Tagen ungefähr 7 mal geflogen bin bzw fliegen werde. ^^ Das heißt ich fliege jeden zweiten Tag. Sehr witzig.
Unsere zweite Beoachtungsnacht ist auch super verlaufenm, sodass wir mit den Taschen voller superguten Daten am Freitag Nachmittag (also wirklich noch am gleichen Tag an dem wir die Nachtschicht hatten) in den Bus zurück nach Antofagasta gestiegen sind. Auf der Hinfahrt hab ich nicht viel sehen können, da die Leute immer alle Gardinen zu ziehen, aber auf der Rückfahrt durfte ich endlich am Fenster sitzen und die Atacama Wüste nochmal in ihrer ganzen Schönheit bewundern. Auf halben Weg ragte auch plötzlich eine gigantische Betonfabrik aus dem Staub. So was gruseliges hab ich echt noch nicht gesehen. Sah ein bisschen so aus wie in einem alten Science Fiction Film und es gab sogar eine riesige Kurbel die sich gedreht hat. Sehr sonderbar.
Mama war inzwischen in Santiago angekommen und hatte es auch schon geschafft sich von einem Taxifahrer zu viel Geld abknüpfen zu lassen, in die Stadt zu fahren und ein blutiges Steak zu essen. Wir trafen uns dann später am Flughafen und checkten in das Holiday Inn direkt neben dem Flughafen ein. Ein paar Baileys an der Bar später kuschelten wir uns dann in unsere gemütlichen Betten, die wir leider am nächsten Morgen wieder viel zu früh verlassen mussten. Der Flieger nach Puerto Montt hatte natürlich Verspätung wegen Nebel am Ankunftsflugahfen, da Mama ja jetzt mit mir unterwegs ist und bei mir eigentlich fast immer etwas schief läuft
In Puerto Montt wurden wir schon von Kalle erwartet und sind mit ihm zu seinem Haus gefahren. Das hat einen bombastischen Blick auf die Bucht und steht auf einem riesigen Gelände. Doch wir hatten nicht viel Zeit um uns niederzulassen, denn es ging zusammen mit seinen beiden Kids Karlchen und Luna sofort wieder los. Rein in den Geländerwagen und ab zu den Vulkanen, die wir schon auf der Hinfahrt bewundert haben. Zwei große Vulkane stechen einem sofort ins Auge. Der Volcan Osorno und der Volcan Calbuco. Osorno hat eine wunderschöne weiße Spitze (werdet ihr auf den Fotos noch sehen) und man fühlt sich wirklich ein bisschen wie in Japan wenn man diesen Giganten über die Baumwipfen ragen sieht. Beide Vulkane sind ungefähr 2500 Meter hoch. Auf den Osorno sind wir dann sogar bis zur Schneegrenze hochgefahren. Dort befand sich ein Lift und eine Schihütte … dort wird im Winter als wirklich richtig Schi gefahren. Nachdem wir die Landschaft also buchstäblich abgescannt haben mit unseren Fotoaparaten, denn wir haben ja sage und schreibe vier Stück davon mit, ging es zu nächsten Attraktion.
Mitten im Wald und über Schluchten, von Baum zu Baum hatten sie dort eine riesige Seilbahn gespannt. Mit Gurten, Helmen und einer Seilrolle ausgestattet sausten wir durchs Gelände auf insgesamt 7 Teilstrecken. Das war echt cool. Ich hab sogar ein klein bisschen Muskelkater im Bauch bekommen.
Heute sind wir an den Pazifik gefahren und sind in wunderschönen Landschaften, dekoriert von Schafen und Flamingos umher gelaufen. War wirklich ein sehr schöner Tag und jetzt sitze ich gerade mit Luna am Tisch und versuche ihr bei den Hausaufgaben zu helfen. Allerdings bin ich eher ein Hindernis als eine Hilfe in Spanisch, denn die haben ja auch noch ein anderes Alphabet. Chile ist übrigens kein Land für Leute die Angst vor Hunden haben, denn die gibt es hier wirklich wie Sand am Meer. Auch bei Kalle auf dem Grundstück tummeln sich ganze Rudel. Ich könnt sie alle knuddeln
So. Mal schauen was Kalle morgen bereit hält aber wir fühlen uns hier auf jeden Fall pudelwohl und werden auch demnächst Bilder online stellen, wenn wir es schaffen die auszusortiereren.
Mama+Nora
Nachtaktiv
Mai 7th, 20102500 Meter über dem Meeresspiegel, Luftfeuchtigkeit unter 10 %, 12 Stunden Nachtarbeit. So sieht für die meisten Astronomen hier oben der Beobachtungsalltag aus. Und für zwei Nächte war/ist es auch meiner.
Die erste Nacht hab ich bereits hinter mir und war gestern über 24 Stunden auf den Beinen. Durch den Jetlag war ich bereits wieder vor 8 wach und nach einem leckeren Frühstück wurden die letzten Vorbereitungen für den Run getroffen. Zeitplan erstellt und sogenannte ‘Finding Charts’, das sie Karten von den Gebieten die wir beobachten wollen, sodass wir wärend der Beobachtung prüfen können ob das Teleskop auch dort hin zeigt wo wir wollen, vervollständigt. Dann haben wir uns eine große Wasserflasche geschnappt und sind zu Fuß hoch zu den Teleskopen. In der Höhe ist das natürlich schon etwas anstrengender als sonst. Man braucht ne gute Stunde und es gibt sogar einen kleinen Pfad, der direkt hinter dem Hotel anfängt und sich ‘Star Track’ nennt ^^. Diesen Pfad bin ich bereits am Vortag hochgestiefelt, sodass wir diesmal die Straße genommen haben. Früher war es fast eine Art Ritual sich vor dem Run den Sonnenuntergang anzuschauen. Heute sind es immer weniger Leute auf der Plattform, aber wir ließen uns das natürlich nicht nehmen. Als ich am Vortag oben war konnte ich auch vollkommen alleine auf der Plattform rumrennen und mich mit dem Fotografieren austoben.
Aber zurück zu unserer ersten Nacht. Kurz nach 6 geht also die Sonne unter und 6.30 saßen wir wieder im Kontrollraum. Ich war natürlich schon sehr nervös, da ich einen Großteil der Vorbereitungen alleine gemacht habe und ich Angst hatte irgendwas vergeigt zu haben. Um mal kurz in die technischen Details zu gehen. Wir beobachten mit dem UT2, dass ist wie der Name schon sagt (Unit Telescope 2) das zweite der vier Hauptteleskope hier. Unser Instrument nennt sich FLAMES (Fibre Large Array Multi Element Spectrograph) und besteht aus drei runden Platten mit fast einem Meter Durchmesser auf den ganz viele kleine Mikrolinsen gesteckt werden, die mit Fiber (Glasfaserkabel) verbunden werden. Diese erden dann in einen Spalt geführt, sodass man für bestimmte Bereiche des Himmels ganz viele Spektren bekommt. Genau das richtige für einen Sternenhaufen, wo wir wirklich Flächendeckend Spektren haben wollen um die Geschwindigkeiten zu messen.
So das war der technische Teil. In der Praxis sieht das alles etwas unspektakulärer aus. Wir sitzen in einem großen Kontrollraum zusammen mit dem Telescope Operator (der Typ der das Teleskop steuert und sich um die adaptive Optik und alles mögliche kümmert) und dem Night Astronomer (der Typ der uns hilft mit den Beobachtungen und uns mit Rat und Tat zur Seite steht und der auch das Teleskop bewegt…so richtig hab ich die Arbeitsaufteilung zwischen den beiden noch nicht verstanden) und den ganzen Crews der anderen 3 Teleskope (plus der kleineren Nebenteleskope) . Dort befinden sich sehr viele Computer, ck schnell geklärt.jeder für eine Andere Aufgabe. Wir bekomme einen Computer zugeteilt und das einzige was wir machen müssen wenn wirklich alles glatt läuft, ist unsere Beobachtungsanweisung, die wir schon früher geschrieben haben (also sowas wie ein Plan in dem wir dem Teleskop sagen ‘Geh nach da und schau so langa auf diesen Punkt’) auswählen und das wars. Dann hat man eigentlich nicht sehr viel mehr zu tun. Wenn aber was nicht glatt läuft, also das Teleskop die Sterne nicht findet oder der WInd zu sehr bläst usw dann herrscht hier Panik. Dann muss man improvisieren, Back Up Objekte auskramen und alles umschreiben. Wir hatten am Anfang der Nacht ein bisschen Stress am Anfang weil das Teleskop tatsächlich ein paar Sterne nicht gefunden hatte, aber das hat sich dann zum Glück schnell geklärt.
So und dann heißt es wachbleiben! Ich hatte am Anfang so gut wie keine Probleme, da ja alles aufregend und spannend war. Markus ist zwischendurch auf seinem Stuhl eingenickt und ich hab es mir nicht nehmen lassen ein Foto zu machen und umgehend an den Rest unserer Gruppe zu schicken
hehe . Am schlimmsten war es dann ganz am Ende der ersten Nacht. Das Teleskop ist zur letzten Position gefahren, alles ist glatt gelaufen und die Anspannung fällt ab. Ab da hatte ich echt zu kämpfen und hinsetzen war garnicht mehr möglich, da ich sonst eingeschlafen wäre. Am Ende sind wir nochmal in den Dom zum Teleskop gegangen (WAHNSINN ich war ja schon drin aber ich kann euch garnicht oft genug sagen wie geil das ist wenn sich so ein riiiiiesen Monster direkt über dir lautlos bewegt) und haben uns unser Instrument nochmal aus der Nähe angesehen und den Sonnenaufgang bestaunt. Markus meinte zu diesem Zeitpunkt auch, dass ich doch jetzt schlafen sollte, denn ich werde immer etwas grummelig und vor allem ungeduldig wenn ich müde bin und hätte unseren Telescope Operator am liebsten gekillt ^^
So das war die erste Nacht. Ich bin glücklicherweise sofort eingeschlafen und auch erst um 3 Uhr Nachittags wieder aufgewacht, sodass ich optimistisch bin, die zweite Nacht auch gut zu überstehen. Jetzt gibt es erstmal Photos und ich werde mal auf die Suche nach was zu Essen gehen.
Ein langer Tag…
Mai 4th, 2010…geht nun zu Ende und ich bin fix und fertig.
Gestern war ich nachmittags noch in der Stadt mit Lars, dem ‘Head of education and public outreach’ an der ESO. Hat erstmal eine Weile gedauert bis ich ihn wiedererkannt habe, denn mit ihm hatte ich nämlich schon wärend des Girls Days zu tun. Nunja wir beide keinen blassen Schimmer von Santiago und noch weniger von der spanischen Sprache bestellten uns ein Taxi und fuhren zum nächsten touristischen Ort den wir finden konnten. Santa Lucia. Das ist ein Hügel mitten in der Stadt mit einem sehr schönen Park. Von dort aus hat man einen wunderschönen Blick über Santiago. Dann wurde noch durch die Gegend geschlendert und diverse Museen beäugt (alle mit freiem Eintritt) bevor wir uns auf die Abendteuerliche Rückreise machten. Wie gesagt keiner von uns spricht spanisch und der Taxifahrer in der kleinen Schrottkiste sprach natürlich auch kein Wort Englisch. Zum Glück hatten wir eine Beschreibung zu unserem Gästehaus (da sind wohl schon oft Astronomen in Santiago verloren gegangen) doch selbst mit der Beschreibung gelang es dem Taxifahrer nicht die Straße zu finden. Am Ende wurde Lars dann sehr laut im Auto und mir wurde es sehr peinlich. Wir sind dann an der Straße ausgestiegen die wir kannten und den Rest zu Fuß gelaufen. War ein lustiger Nachmittag.
Dank des Jetlags war ich heute dann schon vor dem Weckerklingeln (6 Uhr) wach und konnte noch ein leckeres Frühstück im Gästehaus zu mir nehmen. Dann ging es mit dem Taxi (es ist wirklich Wahnsinn man muss sich um nichts kümmern, bei unserem Eintreffen gestern haben wir bereits die Bordkarten für den heutigen Flug in die Hände gedrückt bekommen) zum Flughafen und zweieinhalb Stunden später wurden wir bereits am Flughafen mit einem großen ESO Schild empfangen und zu einem kuscheligen und klimatisierten Kleinbus gebracht. Mit dem ging es dann zusammen mit anderen ESO Mitarbeitern zwei Stunden lang durch die Wüste bis wir endlich bei dem recht futuristischen Basislager des Paranalobservatoriums ankamen. Die Residenzia wie sie hier alle nennen ist ein großes braunes Gebäude, dass aussieht als sei es einem alten Science Fiction Film entsprungen. Innen schlägt dir feuchte (im Gegensatz zu draußen fast tropische) Luft entgegen und man Blickt auf eine kleine Oase mit Schwimming Pool. Wirklich cool!
Aber wer denkt das ich jetzt meine Sachen in mein Zimmer bringen konnte, erstmal duschen und dann gemütlich alles anschauen der hat sich getäuscht. Eigentlich sind wir sofort zum Mittagessen, danach trafen wir uns mit unserem ‘Support Astronomer’ das ist der Mensch der uns in der Beobachtungsnacht hilft mit den Aufnahmen. Dann musste ich zu einer Sicherheitseinweisung, da ich das erste mal hier war (’Was? Sie haben noch nie ein Erdbeben erlebt???’) und dann ging es auch schon wieder zurück in Büro wo ich die Beobachtungen umschreiben musste, da wir unsere Taktik geändert haben. Danach bekamen wir eine Tour an dem Teleskop an dem wir arbeiten werden, dem UT2. Wirklich wunderschön wie dieses MONSTÖSE Gerät sich absolut lautlos bewegt und sich in den Himmel aufrichtet. Wir waren direkt unten und hätten uns fast im Primärspiegel spiegeln können
Auch unser Instrument mit dem wir arbeiten werden, FLAMES heißt es, haben wir gesehen (Bilder kommen noch). Dann wurde noch der Sonnenuntergang bewundert und zurück mit dem Auto nach unten. Anders als bei Mauna Kea kann man dieses Stück sogar laufen. Alles ist zeimlich dunkel die Autos haben abgedunkelte Frontscheinwerfer und im Hotel breitet sich ein riesiger Schirm unter dem Glasdach aus am Abend, da mit kein Licht nach draußen gelangt. Man sieht wirklich erstmal nichts wenn man rausgeht.
Ich trinke zur Zeit das 4-5 fache von dem was ich normalerweise trinke. Anders gehts auch nicht ich merke sofort das ich Kopfschmerzen bekomme und Krämpfe in den Beinen wenn ich nicht die ganze Zeit eine Wasserflasche mit mir rumschleppe. Nach dem Abendessen haben wir noch eine Weile die Milchstraße, sowie unsere zwei kleinen Begleitgalaxien die Große und die Kleine Magellansche Wolke und millionen von anderer Sterne bewundert, bevor wir uns alle gejetlagt in unsere Zimmer verzogen. Und da sitze in nun und schreibe vor mich hin. Wenn ich die Tür von meinem Zimmer aufmache und rausgehe stehe ich mitten in der Wüste und schaue auf die Teleskope. Ist das nicht toll?
Mehr gibts morgen im Moment lohnt es sich noch nicht die Bilder reinzustellen, da die coolen alle auf Philipps Kamera sind und ich kein Kabel dafür habe. Aber vielleicht find ich ja hier irgendwo eins.
Santiago auf Umwegen
Mai 2nd, 2010So jetzt bin ich also endlich in Santiago de Chile. Mir war ehrlichcgesagt vorher nicht ganz bewusst WIE weit das ganze doch von Deutschland weg ist. Ich glaube die Zeit von Tür zu Tür beträgt 24 Stunden. Das ist schon ein weilchen. Aber jetzt sitze ich im paradiesischen Gästehaus der ESO, ein kleine flaches Haus umgeben von Hochhäusern mitten in Santiago mit einem süßen Garten wo man eigentlich nur doch darauf wartet das Faun durch die gegend Schreiten oder so was ähnliches. Natürlich wurden wir mit einem großen ESO Schild am Flughafen abgeholt und hier her chauffiert.
Vorher verlief die Reise aber nicht ganz so glatt und JA ich scheine sowas anzuziehen keine Ahnung warum. Der Flug von München nach Sao Paulo betrug geschlagene 12 Stunden doch da es ein Nachtflug war und eine Menge interessanter Filme liefen (Ausnahmen gibt es immer: Mal im Ernst, Avatar auf einem 15 x 20 cm Bildschirm???) ließen sich diese Stunden doch ganz gut überbrücken. Leider war der Flughafen in Sao Paulo zum Ankunftszeitpunkt wegen dichten Nebels gesperrt, sodass wir auf einem winzigen Ausweichflughafen ca. 100 km weg von Sao Paulo landen mussten. Da dieser Flughaven natürlich keine Passkontrolle hatte durften wir das Flugzeug auch nicht verlassen (wir hätten eh nur dumm auf dem Rollfeld rumgestanden) und so blieb uns nichts anderes übrig als zu hoffen, dass wir unseren Anschlussflug nach Santiago noch erwischen. Gott sei dank lief das aber alles noch gut. Wir kamen rechtzeitig an und durften schon über eine Stunde bevor der nächste blöde Flug überhaupt weiterging schon wieder borden. Das hieß also sehr sehr lange sitzen.
Nach 3 1/2 Stunden sind wir dann aber doch ganz glücklich in Santiago gelandet und wurden wie schon erwähnt sehr gut umsorgt. Zum Mittag gab es dann gleich ein sehr leckeres Essen und leckeren Wein (kein Wunder das die Astronomen so verwöhnt sind) und dann konnte ich endlich mein Zimmer beziehen und mir den Reiseschmutz runterwaschen. Morgen geht es früh um 7 weiter nach Antofagasta wo wir dann unser endgültiges Lager für diese Woche im ESO Hotel bei Cerro Paranal beziehen werden. In einer halben Stunde werde ich mit einem der Astronomen hier noch ein bisschen Santiago beäugen, da Markus schon wieder zu tausend Abendessen und Kaffeetrinken eingeladen wurde ^^. Aber ich werd ja noch Zeit mit Mama haben mir das anzuschauen. Bilder stell ich vielleicht heut abend noch on. Dazu muss ich nämlich erst welche geschossen haben
Grüße aus Chile
<– ok dieses Smily ist nicht das was es eigentlich darstellen sollte!…
Girls Day und Fußball
April 24th, 2010Hallo alle miteinander. Jetzt sitze ich hier in der Sonne in unserem kleinen Garten und schreibe an meinem Blog. (Pipo sitzt übrigens drin und lernt hihi).
Ich hab lange nicht mehr geschrieben und das hatte auch seine Gründe. Ich weiß ich mach mir immer gerne selber Stress aber die letzten Wochen waren echt anstrengend. Ein Grund war der sogenannte “Girls Day”. Das ist ein deutschlandweiter Tag, an dem Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren Einblick in “frauenuntypische” Berufe bekommen sollen. Also technische und wissenschaftliche Berufe. Die ESO hat sich daran noch nie beteiligt, da Öffentlichkeitsarbeit die sich nur auf Deutschland beschränkt bei einem Europäischen Institut immer so eine Sache ist. Immerhin zahlen alle Mitgliedsstaaten Geld und warum sollte das dann nur für Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland ausgegeben werden. Blöd ist nur, dass das Haedquater nun mal in Deutschland liegt deswegen entstehen dann diese Konflikte. Aber lassen wir die innere Struktur der ESO erstmal außer Acht (die nebenbei gesagt eigentlich eine kleine Welt für sich ist) und konzentrieren uns wieder auf den Girls Day. Er sollte also dieses Jahr stattfinden, schon allein wegen der Tatsache, dass alle Max Planck Institute neben uns diesen Tag schon seid Jahren betreiben und jedesmal schon Wochen im Vorraus ausgebucht sind. Der ursprüngliche (wirklich ernst gemeinte) Plan war es, 90 Mädchen einzuladen, sie in unser Auditorium zu stecken (das zum Glück nur 90 Leute fasst sonst hätten am Ende noch mehr Mädchen da hinein gestopft werden müssen) und ihnen den ganze Tag Vorträge zu geben. Yay! Da hat ja nicht mal jemand von uns drauf Bock geschweige denn pubertierende Teenager. Also bin ich zusammen Stefanie (eine Doktorandin aus dem schönen Österreich) zu unserem PR Menschen gegangen um ihn zu vermitteln, dass das die Mädels auf keinen Fall motivieren würde ein zweites Mal das Gebäude zu betreten. Daraufhin wurde uns dann gesagt “Nagut wenn ihr bessere Ideen habt, dann organisiert ihr das…” Jaaaa…das war eine Woche vor dem Girls Day.
Ich hab kein Problem damit etwas zu organisieren, aber wenn man so unter Zeitdruck steht und man aufgrund dieses Zeitmangels auch leider nicht alle Ideen verwirklichen kann, kann es teilweise schon frustrierend sein. Wir verbrachten also die letzte Woche mit Mails schreiben, Anrufen, Treffen (meistens Mittagstreffen, was dazu führte das ich auch nicht ausreichend genug zum Mittagessen kam) usw…Nicht sehr weiterführend war auch die mangelnde Kommunikation (zumindest auf unserer Ebene) an der ESO. So wurden teilweise Dinge unter “höheren Tieren” beschlossen die dann die “niedrigeren Tiere” (also wir) ausführen sollten (neeein ihr habt da total freie Hand und organisiert das komplett alleine…) Aber das ist glaub ich eine Sache die gibt es überall und daran muss man sich gewöhnen. Auch gut waren e-Mails die wir teilweise noch am Tag davor bekamen mit dem Inhalt “Hier ich bin auch Frau ich kann auch noch nen Vortrag halten morgen” …Ernsthaft? Denkt ihr wirklich, dass wir das Programm erst an dem Tag and dem alles stattfindet aufstellen? Naja egal HIER ist jedenfalls das Programm, dass ich erstellt habe und damit haben wir am Donnerstag auch 35 Mädchen bei uns in der Eingangshalle in Empfang genommen.
Wie der Tag ablief könnt ihr ja auf dem Programm nachlesen. Das hat wirklich alles sehr gut geklappt. Ich hatte neben dem Vortrag am Vormittag auch eine der 5 Gruppen zu betreuen und ich sag euch eine Veranstaltung zu Organisieren ist die eine Sache, sie aber zu Organisieren und gleichzeitig noch von vorne bis hinten involviert zu sein die andere. Ihr könnt euch vorstellen wie Stefanie (auch sie mit einem Vortrag und einer zu betreuenden Station) an diesem Tag am rotieren waren. Am Ende des Tages hatten wir aber eine ganze Menge glücklicher Mädels (einige waren echt so süß, dass ich sie mit nach Hause nehmen wollte) die sich mit ganz viel bunten Postkarten, Postern, Stiften und Stickern eindecken konnten (was ich übrigens auch getan habe) und so viele Fragen gestellt haben, dass es uns am Ende ganz schwummrig wurde. Nächstes Jahr fangen wir eher an mit dem Planen und dann wird es sogar noch besser
Oh und ihr wundert euch vielleicht über den zweiten Teil des Titels. Ja ich spiele Fußball…wir haben am Institut ein Frauenteam gegründet (im moment bekommen wir aber noch eine 11 – Köpfige Manschaft zusammen) und trainieren jetzt mit unserem chilenischen Coach Oscar jeden Donnerstag. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was ich danach immer für Muskelkater habe und letzte Woche wäre ich fast wie ein Brett umgefallen weil meine beiden Unterschenkel anfingen zu krampfen wie blöde. Ähm ja…das kommt davon, wenn man Jahrelang keinen Sport treibt. Aber es macht auf jeden Fal sehr viel Spaß. Ich hab das Gefühl, dass ich tatsächlich was lerne und so kann sogar ich mich motivieren Sport zu treiben, da ich mich für Fitnessstudio oder Aerobicstunden noch nie vom Sofa aufraffen konnte und es auch nicht wollte.
Zur Zeit bin ich beschäftigt unseren Beobachtungsrun in einer Woche vorzubereiten und freue mich schon riesig auf Chile. Zuerst auf den Run und dann auf die Woche danach mit Mama. Ein bisschen Urlaub kann ich mittlerweile auch sehr gut gebrauchen.





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